Ein Seelsorger und Zuhörer
10.02.2026 |
Acher-Rench-Zeitung, Andrea Keller
Am 26. Januar 2026 verstarb Pfarrer i.R. Günther Fackler, der 24 Jahre lang in Oppenau als Leiter der Pfarrei St. Johannes Baptist und als Seelsorger wirkte. Er wurde am vergangenen Freitag auf dem Villinger Friedhof beigesetzt.
Günther Fackler wurde am 9. Juli 1938 in Villingen geboren, wo er als zweites von drei Kindern aufwuchs und zur Schule ging. Nach dem Abitur im Jahr 1959 und einem einjährigen theologischen Vorkurs in der Heimschule Lender in Sasbach studierte Günther Fackler von 1960 bis 1964 in Freiburg und Innsbruck Theologie. Am 27. Mai 1965 wurde er von Erzbischof Hermann Schäufele in Freiburg zum Priester geweiht. Nach mehreren Einsätzen in unterschiedlichen Pfarreien kam er im Herbst 1979 als Nachfolger von Pfarrer Robert Huber nach Oppenau, wo er bis 2003 bleiben sollte.
In Oppenau lag ihm die würdige Feier der Liturgie sehr am Herzen, für die er als damals einer der ersten auch Mädchen als Ministranten zum Dienst am Altar zuließ. Dies zeigte deutlich seine Offenheit Neuerungen gegenüber, wovon auch die Gemeinde profitieren durfte. Zukunftsweisender Meilenstein war sicherlich der Anbau ans Gemeindezentrum „Josefshaus“ im Dreikönigweg 1986 und 1987, wo bis heute viele kirchliche Gruppen ihre Heimat haben und zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Getragen vom Pfarrgemeinderat unter dessen Vorsitzendem Willi Seidler und mit viel Engagement durch den Hausmeister Ludwig Huber entstanden ein großer Saal mit Bühne und Küche sowie Gruppenräume. Auch beim Vincentius-Verein, dessen Vorsitzender er Kraft Amtes war, begleitet er wichtige Veränderungen wie ab 1990 den mehrjährigen Umbau des Vincentiushauses vom Alten- zum Pflegeheim mit angegliedertem Betreuten Wohnen, der Gründung des Ambulanten Dienstes 1996 und der Übernahme der Betreuungsträgerschaft für die Wohnanlage Bruder-Park ab 2001.
Es war Günther Fackler immer wichtig, die Menschen zum Einsatz ihrer persönlichen Gaben zu ermutigen und die Gemeindemitglieder geistlich zu stärken. Er lebte selbst tief aus dem Glauben heraus, konnte den Menschen gut zuhören und sie so in den unterschiedlichsten Lebenssituationen begleiten. Daraus entsprang ein weiterer Schwerpunkt seines Wirkens, die pastorale Arbeit mit Familien und Frauen. Zwölf Jahre übernahm er die Aufgabe des Dekanatsfrauenseelsorgers und zusätzlich ließ er sich ab 1982 zweimal für die Leitung des Pfarrverbandes Oberes Renchtal gewinnen.
Im Jahr 2003 kehrte Günther Fackler als Kooperator in die Seelsorgeeinheit Münster nach Villingen zurück. Nach seinem Ruhestand 2009 wirkte er weiterhin unterstützend im priesterlichen Dienst mit. Ende 2020 zog er dann ins Kloster Hegne am Bodensee ins dortige Pflegeheim um. Im vergangenen Jahr durfte er sein Diamantenes Weihejubiläum feiern. Etwas überraschend verstarb er am 26. Januar diesen Jahres im Klinikum Konstanz.
In Oppenau wird am Freitag, 13. März 2026 um 18:30 Uhr ein Gedenk-Gottesdienst für Günther Fackler gehalten, zelebriert von seinem Nachfolger im Amt des Pfarrers, Klaus Kimmig.
