Einkauf und Feste sollen nachhaltiger werden

17.04.2026 |

Badische Neuste Nachrichten, 17.04.2026, Roland Spether
 
Klima der Erzdiözese: Kirchengemeinde Acher-Renchtal gibt grünes Licht für „fair.nah.logisch.
 
Achern. Die Initiative „fair.nah.logisch.“ steht für fair gehandelte Lebensmittel, regionale Produkte und ökologische Landwirtschaft.

Sie soll einen Beitrag zur Bewahrung der Kulturlandschaft rund um die Orte der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal beitragen. Dessen Pfarreirat tagte unter dem Vorsitz von Regine Schwall-Geier im Acherner Josefshaus, befasste sich mit den Themen Schöpfung, Gerechtigkeit, Frieden und fasste einen zukunftsweisenden Beschluss.
Bei einer Nein-Stimme votierten die Räte für die Initiative und gaben grünes Licht für die Einrichtung einer Projektgruppe mit Verantwortlichen aus den Gremien und Einrichtung der Kirchengemeinde sowie für interessierte Personen. Es soll ein Konzept zur Einführung von „fair.nah.logisch.“ vorbereitet und dieses dem Pfarreirat zur Beratung vorgelegt werden. Ein möglicher Beschluss könnte bis zum Frühjahr 2027 getroffen werden. Zuvor will die Arbeitsgruppe „Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit“ die Initiative den Verantwortlichen in den Gemeindeteams vorstellen, wie dies Achim Huber und Patrick Hillenbrand-Detzer jetzt im Pfarreirat getan haben.
Die Initiative „fair.nah.logisch.“ ist eingebunden in das Klimaschutzkonzept für die Erzdiözese Freiburg, das Erzbischof Stephan Burger am 10.  August 2021 zu einem Fahrplan und Leitfaden für die diözesane Einrichtungen und Kirchengemeinden machte. Damit soll „mit Nachdruck“ ein nachhaltiger Weg beschritten werden, um „rasch das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen“.
Damals hatte der Erzbischof als Zielmarke das Jahr 2030 angesprochen. Seither hat sich in der Erzdiözese viel getan. Auch dem Weg zur neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal wurde die Arbeitsgruppe „Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit“ installiert, die Vorarbeiten dazu leistete, dass die Vollversammlung aller Pfarrgemeinde- und Stiftungsräte am 23. Oktober 2024 in der Aula des Lender-Gymnasiums beschloss, diese wichtige Thematik in die Gründungsvereinbarung als eine „Grundaufgabe der Pfarrei“ aufzunehmen und weitere Umsetzungsschritte anzugehen.
Mit der Initiative „fair.nah.logisch.“ soll auch in der neuen Kirchengemeinde der Einkauf von Produkten und der Konsum etwa bei Festen und Feiern an ököfairen Kriterien ausgerichtet werden. Dieses Vorhaben soll nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt auf den Weg gebracht werden, um Produkte etwa für den laufenden Betrieb nachhaltiger einzukaufen und Ressourcen zu sparen.
Durch solche bewusste Kaufentscheidungen soll in der Kirchengemeinde ein Beitrag zum Umweltschutz und zu fairen  Arbeitsbedingungen geleistet werden, wie Achim Huber und Patrick Hillenbrand-Detzer. Dabei und aus Beiträgen von Pfarreiräten wurde deutlich, dass mit diesem Thema im Bereich des Acher-Renchtals nicht bei Null angefangen werde, sondern dass es schon seit vielen Jahren Weltläden, Aktionsgruppen oder Fastenessen gebe, die eine gute Ausgangsbasis zur Fortsetzung der neuen Initiative darstellen.
Dabei sollen die Gemeinden „nicht verpflichtet“ werden, sondern einen guten Rahmen erhalten, innerhalb dessen sie vor Ort ihre Überlegungen anstellten und Entscheidungen treffen. Angesprochen wurden der Kauf von regionalen Produkten etwa für Feste und Feiern, der Einkauf von fair gehandelten Waren oder der Einsatz von umweltfreundlichen Produkten wie Papier, Reinigungsmittel oder Büromaterial. Die Vorsitzende Regine Schwall-Geier verwies darauf, dass es zur Umsetzung der Initiative eines „großen Maß an Kommunikation“ bedarf, es keine „Anordnung von oben“ geben soll und die Gemeindeteams selbst entscheiden, welche Beiträge sie leisten können.
Dass in Fautenbach eine lebendige Gemeinde und stets offen für Neues ist, wurde im Pfarreirat bei einem weiteren Thema deutlich. Gabriel Sichler-Karle erläuterte das Konzept zur Erweiterung der Kirche St. Bernhard, die weiterhin als Tandemkirche und damit als Dorf- sowie Jugend-und Chorkirche bestehen bleibe.
Der Anbau wurde Ende 2025 vom Erzbischöflichen Ordinariat gebilligt, das Finanzierungskonzept von 1,4 Millionen Euro stehe und damit auch der Spendenbeitrag von 70.00 Euro. Der Hauptanteil stamme aus dem Verkauf des Kindergartens. Die neuen Räume sollen die Jugendlichen aus der Kirchengemeinde, die Fautenbacher Chöre und die kirchliche Gruppe nutzen.
Die neue Kirchengemeinde Acher-Renchtal ist über vier Täler eingebettet in eine herrliche Schöpfung. Die soll auch mit der Initiative „fair.nah.logisch.“ auf dem Weg zur Klimaneutralität bewahrt bleiben. Foto: Niklas Spether